Rätst du noch oder Taggst du schon?

Du kennst das: eine neue Kampagne startet. Es sind viele Creatives auf den unterschiedlichsten Kanälen online. Es läuft gut, die Besucherzahlen steigen. Auch die Verkäufe/Leads sind glücklicherweise gestiegen. Und nach Kampagnenende die große Frage:

Was hat gut funktioniert, was nicht?

Wenn du deine Marketing Kampagnen in Google Analytics beurteilen willst, dann verwende Kampagnen-Links mit UTM-Parametern. So erhältst du wunderbare Statistiken und erhöhst nebenbei auch die Qualität deiner Analytics Daten. Wir zeigen dir wie.

Inhalte im Überblick:

UTM-Parameter kurz erklärt

UTM-Parameter sind Query-Parameter, die du an deine URLs anhängst. Wenn ein solcher Link aufgerufen wird, kann Google Analytics auf deiner Webseite die Parameter auslesen und in den Reports berücksichtigen.

Eine getaggte Kampagnen-URL sieht zum Beispiel so aus:

https://www.zenitblau.at/blog/?utm_source=facebook.com&utm_medium=social&utm_campaign=tracking

Das eröffnet dir schier unendliche Möglichkeiten. Denn mit UTM-Parametern kannst du deinen Traffic einer Kampagne und den unterschiedlichen Placements und Creatives zuordnen. Also natürlich deine Social Media-Kampagnen, aber auch Klicks auf Links in Email Signaturen oder Links in QR-Codes können damit besser erfasst und zugeordnet werden.

Wenn das nicht Licht im Dunkeln ist, was dann? 💡

Du kannst 6 verschiedene UTM-Parameter an deine URLs anhängen:

  • utm_source*: z.B. die Website oder Publikation, über  die Zugriffe auf deine Website erfolgen. Beispielsweise twitter.com oder Newsletter
  • utm_medium*: das Werbe- oder Marketingmedium, z.B. cpc, Banner oder email
  • utm_campaign**: der Kampagnenname oder Gutscheincode für ein Produkt
  • utm_id: z.B. zum Verknüpfen und Importieren von Kampagnendaten
  • utm_content: zur Abgrenzung ähnlicher Inhalte oder Links in derselben Kampagne. Wenn du z.B. in einem Newsletter zwei Links an unterschiedlicher Stelle platzierst oder verschieden Bannerformate verwendest
  • utm_term: das Keyword, das einen Klick auf eine bezahlte Suchanzeige ausgelöst hat. Dieses kann von Google Ads automatisch übermittelt werden. Bei manuellem Tagging sollte aber utm_term verwendet werden

* Pflichtfeld
** utm_campaign ist nur in Universal Analytics Pflichtfeld, aber grundsätzlich empfohlen. Darum geht’s ja schließlich 😉

Schön und gut. Aber wie erstellt man nun Kampagnen-URLs?

Vor dem Erstellen deiner UTM-URLs solltest du dir ein Schema zurechtlegen.

Überlege zuerst, auf welchen Webseiten du Links (Banner, Textlinks, etc.) platzierst und welche verschiedenen Kampagnen-Namen du verwenden willst.

Die Werte in den UTM-Parametern sind freie Textfelder. Das heißt, du kannst grundsätzlich eintippen was du möchtest. Analytics wird es interpretieren und es in deinen Berichten darstellen. Achte aber auf einheitliche Schreibweise und vermeide Leer- und Sonderzeichen.

Kampagnenreport in Google Analytics
Sobald Nutzer deine UTM-Links aufrufen, kannst du die Statistiken im Google Analytics Kampagnenreport ansehen.

Wie gesagt interpretiert Google Analytics die UTM-Parameter und kann den Traffic dann auch neu oder anders zuordnen. Denn z.B. startet bei jeder Änderung von Source oder Campaign eine neue Session. Ebenso wird Traffic von Facebook, der medium „referral“ hat nicht mehr deinem Social Traffic, sondern den Verweisen zugeordnet.

Im besten Fall kannst du also die Qualität deiner Analytics-Daten erhöhen, weil Traffic dem richtigen Kanal zugeordnet wird (weniger in „none“ oder „direct“ ;)). Im schlimmsten Fall machst du aber mehr kaputt, weil du falsche oder unterschiedliche Werte für die Parameter verwendest.

Bei der Erstellung empfiehlt es sich daher, eine gute Vorlage und vor allem ein gleichbleibendes Schema einzuhalten. Zum Erstellen von Kampagnen-URLs haben wir deshalb auf msthv.at einen nützlichen UTM-Generator gebaut.

Der UTM-Generator ist gratis nutzbar und bietet nach Registrierung noch mehr praktische Funktionen. Zum Beispiel kannst du deine eigenen Presets anlegen.

Schau ihn dir einfach gleich an, aber komm wieder und lies dir die Tipps unten durch. Natürlich findest du auch auf msthv.at Guides zu UTM-Parametern.

10 Tipps & Tricks zur Verwendung

Hier das Wichtigste, dass du bei der Verwendung von UTM-Parametern berücksichtigen solltest.

  1. verwende keinen Parameter innerhalb einer URL zweimal
  2. achte auf eine einheitliche Schreibweise. Unterschiedliche Schreibweisen führen zu mehreren Zeilen im Kampagnenreport: SummerSale ist ungleich Summersale, summersale oder summer_sale
  3. verwende UTM Parameter nie für interne Links! Da UTM-Links eine „Kampagne“ beinhalten könnten, könnten aus einer Session plötzlich zwei oder mehr werden. Deine Reports werden massiv verfälscht
  4. verwende für source und medium Werte, die Google Analytics interpretieren und zB den Standard-Channeldefinitionen zuordnen kann. Natürlich sind auch eigene Werte möglich, aber eben nicht immer sinnvoll!
  5. Google Analytics 4 zeigt dir – Stand September 2021 – nur utm_source / utm_medium / utm_campaign / utm_id in deinen Berichten an. content & term kannst du derzeit nur in Universal Analytics im Kampagnenreport sehen
  6. starte simpel mit Quelle, Medium und Kampagne, in der Regel bringt dir das schon einen großen Informationsgewinn
  7. Fortgeschrittener User? utm_ Parameter sind quasi freie Textfelder, du kannst beliebige Werte vergeben. Verwende z.B. utm_term und utm_content in Universal Analytics, um unterschiedliche Bannerformate oder Platzierungen zu unterscheiden. Aber pass wie gesagt bei Medium und Quelle auf.
  8. Bring auch Offline-Interaktionen nach Google Analytics. Entweder über Importe (Kampagnen-ID) oder zB über QR-Codes oder Short-Links
    1. QR-Codes müssen natürlich einen UTM-Link beinhalten. Der lange Link kann den QR-Code unnötig komplex machen. Verwende in so einem Fall einen URL-Shortener
    2. Drucke auf Plakaten oder deinem Kundenmagazin eindeutige Short-URLs ab, die der Nutzer gewillt ist einzutippen. Die Short-URL kann dann einen Forward auf einen UTM-Link beinhalten, womit du wiederum (einige) Seitenaufrufe über deine offline-Kanäle auswerten kannst
  9. Stelle sicher, dass dein Server keine Query-Parameter bzw. in dem Fall UTM-Parameter unterdrückt und diese auch bei Weiterleitungen übertragen werden
  10. Verwende ein Tool zur Erstellung von UTM Kampagnen-URLs, damit du einheitliche Schreibweisen und richtige Werte sicherstellst

 

UTM-Tagging kann dir schnell und unkompliziert helfen, den Erfolg deiner Kampagnen besser zu beurteilen. Wir hoffen, dir damit einen guten Tipp gegeben zu haben. Haben wir etwas vergessen? Schreib uns einen Kommentar.

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