TL;DR
Individualsoftware hat keinen Listenpreis. Diese drei Größenordnungen decken aber die meisten Projekte ab, die bei uns anfragen.
- Kleines Projekt: 5.000 bis 20.000 Euro. Eine abgegrenzte Anwendung oder die Anbindung eines Systems per Schnittstelle. Ein Datenmodell, wenige Rollen, überschaubare Logik.
- Mittleres Projekt: 20.000 bis 60.000 Euro. Eine Plattform mit mehreren Nutzergruppen, Rechteverwaltung, zwei bis drei angebundenen Systemen und eigenem Backend.
- Großes Projekt: ab 60.000 Euro. Software, die einen Kernprozess des Betriebs trägt. Viele Schnittstellen, Migration von Altdaten, hohe Last, oft mehrere Jahre Weiterentwicklung.
Dazu kommen laufende Kosten. Rechne mit 15 bis 20 Prozent der Entwicklungssumme pro Jahr für Hosting, Updates und Weiterentwicklung.
Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Bei einer Website kannst du Angebote halbwegs vergleichen. Bei Individualsoftware nicht. Der Grund ist einfach: Du kaufst kein fertiges Produkt, sondern die Lösung eines Problems, das nur dein Betrieb in dieser Form hat.
Wer dir trotzdem am Telefon eine Pauschale nennt, hat entweder nicht zugehört oder kalkuliert einen Puffer ein, den du mitbezahlst. Beides ist schlecht für dich.
Seriös lässt sich der Preis erst nach einem Konzept beziffern. Das ist keine Ausrede, sondern eine eigene Leistungsposition. Sie kostet bei uns zwischen 1.000 und 3.000 Euro und ist eine der verhasstesten Positionen, aber auch eine der wichtigsten - denn du sparst damit jede Menge Geld und Ärger.
In der Konzeption nehmen wir nicht nur deine Anforderungen auf, sondern entwickeln Lösungsansätze, testen diese an und definieren eine Roadmap und den Tech Stack. Auf der Basis hast du ein verlässliches Dokument und bekommst Angebote mit realistischen Preisen ohne böse (und teure) Überraschungen.
Die vier Faktoren, die den Preis wirklich treiben
Auffällig ist, woran es meistens nicht liegt. Das Design ist selten der Kostentreiber. Diese vier Punkte sind es.
1. Schnittstellen zu bestehenden Systemen
Der teuerste Satz in jedem Erstgespräch lautet: „Das muss dann noch in unsere ERP.” Eine saubere Anbindung kostet zwischen 3.000 und 15.000 Euro pro System. Die Spanne ist so groß, weil die Qualität der Gegenseite alles entscheidet.
Hat dein ERP eine dokumentierte REST-Schnittstelle, ist die Sache in wenigen Wochen erledigt. Muss man Daten aus einer Datenbank ziehen, für die es keine Dokumentation mehr gibt und deren Hersteller seit acht Jahren nicht erreichbar ist, wird es aufwendig. Diesen Unterschied kann dir niemand vorab ersparen. Man kann ihn nur früh abklären.
2. Altdaten
Bestandsdaten sind fast nie so sauber, wie alle glauben. Doppelte Kunden, Felder, die im Lauf der Jahre zweckentfremdet wurden, Datumsangaben in drei verschiedenen Formaten. Die Migration kostet oft mehr als die Funktion, für die die Daten gebraucht werden.
Plane 2.000 bis 10.000 Euro ein, je nach Menge und Zustand. Und plane Zeit für deine eigenen Leute ein, denn nur sie wissen, was ein Eintrag tatsächlich bedeutet.
3. Rollen und Rechte
„Jeder sieht alles” ist billig. Sobald Abteilungen unterschiedliche Sichten brauchen, Freigaben durch mehrere Hände laufen oder ein Außendienst nur seine eigenen Kunden sehen darf, wird aus einer Anwendung ein Berechtigungssystem. Das zieht sich durch jede einzelne Ansicht und ist einer der am häufigsten unterschätzten Posten.
4. Last und Verfügbarkeit
Eine interne Anwendung für 30 Mitarbeiter ist technisch etwas völlig anderes als ein Kundenportal mit 50.000 Zugriffen am Tag. Caching, Warteschlangen, Datenbankoptimierung und ein Setup, das einen Serverausfall übersteht, kosten Geld. Wer sie zu früh einbaut, verbrennt Budget. Wer sie zu spät einbaut, zahlt den Umbau doppelt.
Was die einzelnen Bausteine kosten
Damit du Angebote auseinandernehmen kannst, hier die Posten einzeln. Die Stundensätze für Entwicklung liegen ab 140 Euro, abhängig vom Tech Stack und der notwendigen Spezialisierung.
- Konzept und Architektur: 1.000 bis 6.000 Euro, einmalig zu Projektbeginn.
- Backend und Datenmodell: der größte Block, meist 40 bis 60 Prozent der Gesamtsumme.
- Oberfläche: 20 bis 30 Prozent. Bei einer internen Anwendung weniger, bei einem Kundenportal deutlich mehr.
- Schnittstellen: 3.000 bis 15.000 Euro pro angebundenem System.
- Tests und Dokumentation: 10 bis 15 Prozent. Wer hier spart, spart an der Übergabefähigkeit.
- Hosting- und Deployment-Setup: 1.500 bis 5.000 Euro einmalig.
Die laufenden Kosten, die im Angebot fehlen
Der Launch ist nicht das Ende der Ausgaben. Genau hier reißen Budgets auf, weil im Angebot nur die Entwicklung stand.
Rechne pro Jahr mit 15 bis 20 Prozent der Entwicklungssumme. Bei einem Projekt für 30.000 Euro sind das 4.500 bis 6.000 Euro jährlich. Dafür bekommst du Hosting, Sicherheitsupdates, Monitoring und ein Kontingent für kleinere Anpassungen.
Laravel bringt hier einen Vorteil mit. Das Framework hat einen festen Veröffentlichungszyklus und lange Support-Fenster. Du weißt Jahre im Voraus, wann ein größeres Update ansteht, und kannst es budgetieren. Bei einem selbstgebauten Framework oder einem Stapel aus zwölf WordPress-Plugins weißt du das nicht.
Laravel, Baukasten oder Plugin-Stapel?
Nicht jedes Projekt braucht Individualsoftware. Unsere Abgrenzung:
Ein Baukasten reicht, wenn du Inhalte zeigen willst und deine Prozesse dahinter unverändert bleiben. Dafür geben wir kein Angebot über 10.000 Euro ab, das wäre unseriös.
Ein CMS mit Plugins funktioniert, solange die Plugins das abdecken, was du brauchst. Der Bruch kommt, wenn du anfängst, viele Drittanbieter-Plugins mit eigenem Code zu verheiraten. Ab da zahlst du Individualsoftware-Preise für ein System, das niemand mehr sauber aktualisieren kann.
Laravel lohnt sich, wenn deine Logik der eigentliche Wert ist. Wenn also ein Ablauf abgebildet werden muss, den es so fertig nicht gibt, oder mehrere Systeme zusammenspielen sollen. Dann zahlst du einmal für etwas, das dir gehört, statt monatlich für Lizenzen, die du nicht beeinflussen kannst.
Agentur oder eigene Entwickler?
Machen wir die Rechnung: Ein erfahrener Laravel-Entwickler verdient erfahrungsgemäß ab 4.500 Euro brutto im Monat. Mit dreizehntem und vierzehntem Gehalt sowie Lohnnebenkosten kostet dich diese Person rund 85.000 bis 100.000 Euro im Jahr. Dazu Arbeitsplatz, Lizenzen und Weiterbildung.
Dein Risiko ist aber ein anderes: Ein einzelner Entwickler ist ein Single Point of Failure. Urlaub, Krankheit oder Kündigung legen deine Software still, und niemand sonst kennt den Code.
Intern zu besetzen zahlt sich aus, wenn du dauerhaft Entwicklungsarbeit hast und mindestens zwei Leute einstellen kannst. Für alles darunter ist eine externe Laravel Agentur meist die stabilere Wahl, weil mehrere Köpfe dasselbe Projekt kennen.
Förderungen
Digitalisierungsprojekte sind in Österreich förderfähig, und Individualsoftware fällt oft darunter. Bundesweit gibt es KMU.DIGITAL, dazu kommen Programme der Wirtschaftskammer und der Bundesländer. Die Töpfe sind allerdings begrenzt und oft schnell ausgeschöpft.
Erkundige dich jedenfalls im Erstgespräch nach Fördermöglichkeiten. Eine Übersicht findest du in unserem Beitrag zu den aktuellen Online Marketing und Digitalisierungsförderungen.
Checkliste: Woran du ein faires Angebot erkennst
- Aufschlüsselung: Stehen Konzept, Backend, Oberfläche und Schnittstellen getrennt drin, oder gibt es eine einzige Summe?
- Code-Eigentum: Steht schriftlich, dass der Code dir gehört?
- Zugänge: Bekommst du Zugriff auf das Repository und die Server, oder liegt alles beim Anbieter?
- Übergabefähigkeit: Gibt es Tests und eine Dokumentation, mit der ein anderes Team weiterarbeiten könnte?
- Standardframework: Wird ein verbreitetes Framework eingesetzt, oder eine Eigenentwicklung, die nur dieser Anbieter versteht?
- Laufende Kosten: Sind Hosting, Updates und Support beziffert, oder tauchen sie erst nach dem Launch auf?
- Etappen: Siehst du Zwischenergebnisse, oder bekommst du nach acht Monaten eine fertige Blackbox?
Punkt zwei und drei sind die wichtigsten. Ein Anbieter, der dir den Zugriff auf deinen eigenen Code verweigert, verkauft dir keine Software, sondern eine Abhängigkeit.
Was du dir mitnehmen kannst
Der Preis einer Laravel-Anwendung hängt an drei Fragen: Wie viele fremde Systeme müssen mitspielen, wie sauber sind deine Daten, und wie viele unterschiedliche Rollen greifen darauf zu. Wer diese drei Punkte vorab klärt, bekommt ein belastbares Angebot statt böser Überraschungen.
Der teuerste Weg ist der, den viele gehen: ein bestehendes System immer weiter zurechtbiegen, bis es niemand mehr warten kann. Die Kosten dafür stehen in keinem Angebot, sie verteilen sich auf tägliche Reibungsverluste.
Du willst wissen, in welcher Größenordnung dein Vorhaben liegt? Schick uns eine kurze Beschreibung. Wir sagen dir, ob es ein Fall für Individualsoftware ist oder ob es günstiger geht. Mehr über unsere Laravel Entwicklung und über Webentwicklung allgemein findest du auf den jeweiligen Seiten.